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Du gehst als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Warum eigentlich? Du bist als Bürgermeister in Eisenstadt äußerst erfolgreich und könntest dort in Pension gehen.
Das stimmt zwar, aber wenn jeder nur das tut, was bequem ist, dann wird man weder das eigene Leben noch das der anderen positiv verändern können. Und ich bin überzeugt, dass die Politik mehr für die Burgenländerinnen und Burgenländer tun kann. 
Dass wir mehr herausholen können für das Land und die Menschen. Ich kann in diesem Bestreben nicht allein erfolgreich sein, aber ich kann es anführen – ohne Wenn und Aber. Wir brauchen eine neue Kraft und eine neue Bewegung für das Burgenland. 

Was ist dabei deine Vision?
Ich bin überzeugt: Die besten Tage kommen noch – nämlich dann, wenn wir es geschafft haben, dass alle unsere Kinder die gleichen Chancen haben. Das ist derzeit noch nicht der Fall, denn es gibt Regionen und Gemeinden, für die wir einfach mehr tun müssen. Dieses Mehr an Engagement und Einsatz bin ich bereit zu leisten.

Gute Politik braucht Hausverstand, Weitblick, aber auch das richtige Augenmaß und ist vor allem eines: Teamwork! 

Traust du dir als „Städter“ zu, die Probleme in den strukturschwachen Regionen zu lösen? 
Meine Wurzeln liegen in Podersdorf und aufgewachsen bin ich in einer der kleinsten Gemeinden des Landes, in Loretto. Ich weiß, dass kleinere Gemeinden und vor allem die Menschen dort, oft größeren Herausforderungen, etwa in der Kinderbetreuung, der Mobilität und Arbeitsplätze, gegenüberstehen, weil ich es selbst erlebt habe. Genau aus dieser Erfahrung heraus, bin ich in Eisenstadt mit meinem Team einige Dinge anders angegangen. In einer kleinen Gemeinde ist noch weniger Platz für parteipolitische Spielchen. Wir haben große, langfristige Pläne gemacht, aber noch viel mehr mit Hausverstand auf Kleinigkeiten geachtet. Oft bedarf es vieler kleiner, sorgfältiger Schritte, um große Veränderungen zu bewirken.

Ich bin überzeugt: Die besten Tage kommen noch – nämlich dann, wenn wir es geschafft haben, dass alle unsere Kinder im ganzen Land die gleichen Chancen haben. 

Was macht für dich persönlich eine gute Politik aus?
Gute Politik braucht eben Hausverstand, Verantwortungsbewusstsein, Weitblick, aber auch das richtige Augenmaß! Und vor allem ist gute Politik immer eines: Teamwork. Nachhaltige, ganzheitliche Lösungen bedürfen ganzheitlicher Betrachtungsweisen und die gibt’s nur durch unterschiedliche Blickwinkel. Wenn wir uns der Auswirkungen nicht bewusst sind oder nur an der Oberfläche kratzen, hat die Entscheidung nicht den gewünschten oder im schlimmsten Fall sogar einen nachteiligen Effekt.

Ich weiß, dass strukturschwache Regionen und vor allem die Menschen dort oft größeren Herausforderungen gegenüberstehen, weil ich es selbst erlebt habe. Denn aufgewachsen bin ich in Loretto, einer der kleinsten Gemeinden des Burgenlandes. 

Wie siehst du die politische Situation im Burgenland?
Es gibt viele Parteien und Persönlichkeiten, aber nur ein Burgenland, das für alle an der Spitze stehen sollte. Und das Gefühl habe ich derzeit nicht. Es wird derzeit zu viel in Schlagzeilen und in Spatenstichen gedacht und man versucht, das Land aus strategischen Gründen zu spalten. Etwa besteht das rot-blaue Pflegekonzept nur aus Überschriften und Maßnahmen, die nicht bis zum Ende gedacht sind. Mit der Bio-Wende will Rot-Blau die konventionellen Bauern, die hochwertige Lebensmittel produzieren, zu „bösen“ Bauern machen. Wir müssen diese Diktatur der Überschriften beenden, sonst werden wir das Land nicht nach vorne bringen können. 

Liegt das Burgenland so weit zurück? 
Das Burgenland hat in den vergangenen Jahrzehnten eine großartige Entwicklung gemacht. In den vergangenen Jahren sind wir allerdings in vielen Bereichen wieder zurückgefallen. Vom Wachstumskaiser zum Wachstumszwerg sozusagen. Das will ich nicht mehr. Ich will, dass wir das Burgenland nun mit aller Kraft und Entschlossenheit wieder nach vorne bringen. Das Mittelmaß muss ein Ende haben.

Vor allem die SPÖ wirft der Volkspartei immer vor, nur zu kritisieren und zu streiten … 
Sachliche Kritik zu üben und eine andere Meinung zu haben, ist nicht streiten. Es ist wichtig, in der Sache – auch manchmal hart - zu diskutieren, aber dabei pflegen wir auch immer einen respektvollen Umgang! Und vor allem legen wir immer einen eigenen Vorschlag auf den Tisch. Wir haben mit unserem „Plan für das Burgenland“ gezeigt, wie viel inhaltliche Kraft in der Volkspartei steckt. Einige der knapp 50 Ideen tauchen auch bei Rot-Blau mit etwas Zeitverzögerung und mit neuem „Mascherl“ auf.

Sebastian Kurz hat unsere volle Unterstützung und die Garantie, dass wir bis zur letzten Minute laufen werden!

Apropos Ibiza: Gleich zwei Wahlkämpfe stehen den Burgenländern nun ins Haus…
Beide Wahlen kann man mit Sicherheit als Schicksalswahlen bezeichnen. Im Bund geht es darum, ob Sebastian Kurz seinen für Österreich so wichtigen Kurs der Veränderung fortführen kann. Von uns hat er dabei die volle Unterstützung und die Garantie, dass wir bis zur letzten Minute laufen werden. Die Laufschuhe werden im Oktober aber nicht weggepackt, denn im Burgenland geht es auch um eine Richtungsentscheidung. Wollen wir eine rote Planwirtschaft, die alle Bereiche unseres Lebens bestimmt? Oder setzen wir auf Eigenverantwortung und lassen jedem seinen Freiraum. Letzteres ist für mich der Schlüssel, denn nur so können wir Gesellschaft und Wirtschaft – also unser Leben - gemeinsam gestalten.