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Diagnose: Ärztemangel

Die Lebensqualität einer Region hängt auch von der ärztlichen Nahversorgung ab. Im Burgenland gibt es derzeit 234 Kassenärzte und 286 Wahlärzte, 75 Prozent davon sind Fachärzte.

Gerade im Gesundheitsbereich ist es wichtig, die Versorgungsqualität für die Patienten zu sichern bzw. weiter auszubauen. Bereits jetzt gibt es bei Nachbesetzungen von allgemeinmedizinischen Kassenstellen im ländlichen Raum große Schwierigkeiten. Diese Situation wird durch die große Zahl der bevorstehenden Pensionierungen noch erheblich verschärft.

Ziel einer Gesundheitspolitik mit Weitblick sollten eine ärztliche Grundversorgung vor der Haustüre und eine Entlastung der Ambulanzen in den Krankenhäusern sein. Dazu braucht es eine Stärkung der Hausärzte durch flexiblere Regelungen, die sich am regionalen Bedarf orientierten: die Einrichtung von Gruppenpraxen erleichtern, Arzt-Arzt-Anstellungen ermöglichen sowie eine Förderung der Erstausstattung für junge Ärzte als Anreiz. 

Das Pilotprojekt „Akutordination“ in Oberwart wird offensichtlich gut angenommen und führt zur dringend nötigen Entlastung der Spitalsambulanzen. Allgemeinärzte garantieren zu Tagesrandzeiten medizinische Erstversorgung im Spital, Hausbesuch oder Telefondienst. Dieses Konzept sollte umgehend evaluiert und bei den entsprechenden Ergebnissen auch an anderen Standorten im Burgenland umgesetzt werden.

Um Jungärzte für ländliche Regionen zu gewinnen, müssen die entsprechenden Voraussetzungen für eine ausgeglichene Work-Life-Balance geschaffen werden. Weitere wichtige Maßnahmen wären die Vergabe von Landarzt-Stipendien, eine Lehrpraxisfinanzierung und administrative Erleichterungen durch die Digitalisierungs-Offensive.

Es müssen Rahmenbedingungen für Jungärzte geschaffen werden:

  • ausgeglichene Life-Work-Balance
  • leistbares Wohnen
  • ausreichende Kinderbetreuung
  • ausgewogenes soziales und gesellschaftliches Leben

ÖVP-Forderungen:

  • Land muss Stipendien für Jungärzte schaffen – Bedingung: 5 Jahre im Burgenland als Arzt tätig sein
  • Bestehende Arztpraxen unterstützen, um ein Angebot für Lehrpraxen zu schaffen.
  • Die Digitalisierung muss endlich im Gesundheitsbereich ankommen: Administrative Tätigkeiten durch E-Medikation, elektronischen Impfpass und elektronisches Bewilligungsservice erleichtern.