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|   Steiner Thomas

Weintourismus-Offensive fürs Burgenland gefordert

Die burgenländische Weinwirtschaft ist Spitzenreiter in Sachen Bekanntheit. Das ergab eine Imagestudie der Österreich Wein Marketing GmbH 2018. „Fast jeder Zweite denkt bei den österreichischen Weinbaugebieten spontan an das Burgenland. Darauf können wir als Burgenländerinnen und Burgenländer stolz sein. Jetzt geht es aber darum, dass wir diese Bekanntheit nutzen und eine Weintourismus-Offensive vor allem für kleinere Winzerinnen und Winzer starten“, betont Landesparteiobmann Thomas Steiner. Auch der burgenländische Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld fordert eine bessere Zusammenarbeit der Winzerinnen und Winzer mit dem Burgenland-Tourismus. Der Bürgermeister aus Mörbisch und Winzer Markus Binder betont, dass im Weintourismus vieles möglich wäre und, dass vor allem kleine Weinbaubetriebe von einer eigenen Strategie profitieren würden.

„Der burgenländische Wein ist eine Erfolgsgeschichte für sich und ein Verdienst der vielen Winzerinnen und Winzer. Burgenländischer Wein ist nicht nur im Burgenland, sondern europaweit beliebt“, stellt Landesparteiobmann Thomas Steiner fest und betont: „Eine Umfrage der Österreich Weinmarketing GmbH 2018 hat gezeigt, dass am Burgenland die Weine und die Landschaft besonders geschätzt werden. Außerdem haben Touristen gute Erfahrungen mit dem Burgenland und schätzen die große Vielfalt der Weine und die Gastfreundlichkeit.“

Als Volkspartei wissen wir, wie wichtig die Weinwirtschaft für das Burgenland ist. „Mit 13.100 Hektar ist das Burgenland das zweitgrößte Weinbaugebiet Österreichs. 234 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung bringt der Weinbau entlang der Wertschöpfungskette. Das bedeutet, dass die gesamte, durch die Weinwirtschaft ausgelöste Bruttowertschöpfung im Jahr 2014 bei 3,4 Prozent der burgenländischen Gesamtwertschöpfung lag. Im Burgenland sichert die Weinwirtschaft über 7.400 Arbeitsplätze und ist deshalb gerade für die ländlichen Regionen besonders wichtig“, erklärt Steiner.

Weintourismus-Offensive jetzt starten

„Der Weinbau hat auch im Tourismus einen hohen Stellenwert. Leider ist der Weintourismus in den vergangenen Jahren eingeschlafen“, stellt Steiner fest und fordert: „Der Burgenland-Tourismus ist hier gefordert, dass eine Weintourismus-Offensive für das Burgenland umgesetzt wird. Davon würden vor allem kleine Weinbaubetriebe profitieren, die sich keine eigene Vermarktungskampagne leisten können.“ Die Volkspartei fordert konkret, eine eigene Vermarktungsstrategie für Weinbaubetriebe und Zimmervermieter, um den Touristen ein Komplettpaket anbieten zu können.

Nachhaltigkeit ist auch im Weinbau angekommen

Der Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld betont, dass der Nachhaltigkeitsgedanke auch im Weinbau angekommen ist. „Der Weinbau ist aufgrund der eingesetzten Pflanzenschutzmittel und Dünger, des benötigten Energie- und Wasseraufwandes sowie häufig erforderlicher Transporte eine sehr intensive Form der Landwirtschaft. Zudem reagiert der Weinbau sensibel auf veränderte Wetterverhältnisse wie lange Dürre- oder Regenperioden, die durch den Klimawandel verstärkt werden“, erklärt Liegenfeld.

Aus diesen Feststellungen wurden folgende Fragen gestellt: „Wie kann sich der Weinbau an veränderte Klimabedingungen anpassen? Wie sieht nachhaltiger Weinbau, der qualitativ hochwertigen Wein produziert, im Hinblick auf Ökologie, Ökonomie und soziale Komponenten aus und welche Maßnahmen sind dafür notwendig?“, so Liegenfeld.

Zertifizierung für mehr Nachhaltigkeit im Weinbau

Um mehr Nachhaltigkeit im Weinbau umzusetzen, wurde ein Zertifizierungssystem gemeinsam mit Fachexperten erarbeitet. „Dieses Zertifizierungssystem kann vom Winzer eigenständig angewendet werden. Nach Eingabe der betrieblichen Kennzahlen bekommen die Winzer eine Auswertung ihrer Nachhaltigkeit in Form eines Diagrammes“, erläutert Liegenfeld.

Entscheidend dabei sind die Eingaben, die sich in die Bereiche Traubenproduktion, Weinproduktion und Weingartenanlage gliedern. Miteinbezogen wird auch der Grad der Nachhaltigkeit. „Maßnahmen, die einen geringen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten, werden auch geringer bewertet. Mithilfe der Ampelfarben wird aufgezeigt, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf (rot) besteht und wo bereits nachhaltig gearbeitet wird (grün)“, so Liegenfeld.

Für die Bewertung dieser Maßnahmen im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit werden laufend folgende Kriterien herangezogen:

  • Klimaneutralität
  • Wassernutzung
  • Energieeinsatz
  • Betriebsmitteleinsatz
  • Bodenfruchtbarkeit
  • Biodiversität
  • Hoher Qualitätsanspruch
  • Soziale Aspekte
  • Ökonomische Rentabilität

„Damit bekommen die Winzerinnen und Winzer die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeit selbst zu bewerten und gegebenenfalls zu verbessern. Mit diesem Tool soll der Weinbau ein Vorreiter für andere Branchen sein, umso mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft umzusetzen“, so Liegenfeld, der ergänzt: „Der nächste Schritt geht zu einer zertifizierten Kontrollstelle, wo jeder Betrieb auf Herz und Nieren geprüft wird. Nach dem Durchlaufen dieser Kontrolle, verleiht die Kontrollstelle das Zertifikat ‚Nachhaltig Austria‘ für Weinbaubetriebe. Bei den Weinen, die mit der grünen Banderole ausgestattet sind, kann sich der Konsument auf einen nachhaltig produzierten Wein verlassen.“

Binder: Von Weintourismus-Offensive würden vor allem kleine Weinbaubetriebe profitieren

Markus Binder, Bürgermeister in Mörbisch und selbst Winzer, betont, dass gerade kleine Weinbaubetriebe massiv von einer Strategie profitieren würden: „Als kleiner Betrieb können wir uns keine eigene Vermarktungsstrategie leisten. Würde aber beispielsweise der Burgenland-Tourismus gemeinsam mit den Betrieben an einem Strang ziehen, dann könnten wir eine Offensive starten, um den Weintourismus im Burgenland zu verstärken.“

„Wir selbst betreiben neben dem Weinbaubetrieb auch eine Frühstückspension mit zehn Zimmern. Mit einer eigenen burgenlandweiten Weintourismus-Offensive würde nicht nur unser Betrieb, sondern die ganze Region rund um Mörbisch am See profitieren“, so Binder.