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|   Bildung/Erziehung

Schule 4.0: Die Digitalisierung der Bildung vorantreiben

Der Begriff Schule 4.0 wird heutzutage noch nicht häufig verwendet, dabei hat er sehr viel mit der digitalen Entwicklung zu tun. Denn der Weg zur digitalen Evolution, der digitale Wandel, wird schwerwiegend und fortwährend sein. Schon jetzt wird er mit der industriellen Revolution verglichen, in der die Dampfmaschine die Basis für die Eisenbahn und für zahlreiche weitere Innovationen bildete. Als Ergebnis des aktuellen Wandels werden monotone, sich wiederholende Tätigkeiten vermehrt auf Roboter übertragen werden.

Welche Rolle kommt uns dabei zu? Möchten wir Zuschauer dieser Entwicklung oder proaktive Gestalter der unweigerlichen Digitalisierung des Lebens sein? Der digitale Strukturwandel findet statt – mit oder ohne uns. Daher müssen wir ihn als Chance sehen und ihn entschlossen mittragen! Diese Entwicklung erfordert lebenslanges Lernen; rasche Veränderungen verlangen nach neuem Leadership, weg von klassischen Strukturen hin zur Teamarbeit.

Schule 4.0

Um die Chancen des digitalen Fortschritts bestmöglich zu nutzen, muss Österreich auch Weichen in der Bildung stellen. Eine Studie der Oxford Universität besagt, dass 47 % der heutigen Arbeitsplätze in den kommenden zwei Jahrzehnten potenziell automatisierbar sind. „Damit wir die Chancen der Digitalisierung und der digitalen Medien nutzen können, müssen wir die junge Generation auf die Jobs von morgen vorbereiten“, betont Jugendsprecher Patrick Fazekas.

Wie viel es noch zu tun gibt, zeigt das Bild, das sich an vielen Schulen des Burgenlandes bietet: Während die Kinder im Pausenhof via Smartphone mit der Außenwelt kommunizieren und sich über digitale Medien vernetzen, herrscht in den Klassenräumen oft verstaubte Kreidezeit. „Das Burgenland darf den Weg von der Kreidezeit in die Zukunft nicht verschlafen. Nur so können wir unseren Kindern das notwendige Rüstzeug mit auf den Weg geben“, sagt Patrick Fazekas.

Weiterbildung

Menschen werden in jenen Berufsfeldern nicht durch Maschinen ersetzt, in denen Kreativität und Sozialkompetenz erforderlich sind. Damit steigt der Druck auf ständige Weiterbildung in der Wissensgesellschaft. Verschwimmen die klassischen Berufsbilder endgültig, wird ein lebenslanges Lernen selbstverständlich: Jeder zweite Arbeitsplatz wird verschwinden. Das Resultat daraus ist ein Umdenken hin zur permanenten Erweiterung von Wissen und Qualifikationen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Weiterbildung muss in den Betrieben stärker etabliert und Modelle wie Bildungskarenz oder Teilzeitvarianten müssen forciert werden.

Wenn die Routinearbeiten abnehmen, folgt daraus gleichzeitig ein Ansteigen der Qualifizierungs-niveaus in den Prozessen. Das bedeutet eine Neudefinition aller Berufe für die Zukunft. Denn den Menschen fallen dann vor allem Steuerung, Kontrolle und Planung im Arbeitsprozess zu. Immer mehr kundenorientierte Geschäftsmodelle erfordern eine bessere Ausbildung in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Darüber hinaus ist auch wirtschaftliches Denken nach wie vor gefragt. Eine Informatik-Ausbildung als Voraussetzung, verpflichtende Interessenstests und Informationsgespräche ab der 10. Schulstufe sollten fixer Bestandteil des Lehrplans werden, um mit dem Know-how bestehen zu können. Ein moderner Unterricht fördert Eigenverantwortung und Führungskompetenz sowie Individualisierung und forciert die Förderung von Stärken und Leistung, während digitale Kompetenzen in allen Fächern verankert werden müssen.

Denn Wissen ist derzeit innerhalb weniger Sekunden überall abrufbar. Umso wichtiger wird das physische Umsetzen von digitalen Informationen, also die Anwendung von Wissen. Für viele Unternehmen stellt das Wissen der Beschäftigten einen wichtigen Produktionsfaktor dar, in Forschungsinstituten und Entwicklungsabteilungen entsteht ständig neues Wissen. Somit wird die Weitergabe von Wissen sowohl online als auch offline interessant. Formalisierte Ausbildungen und normierte Arbeitsabläufe werden daher künftig an Bedeutung verlieren. Als Basis dafür gilt solide Allgemeinbildung mit hoher Spezialisierung – dafür eignet sich vor allem das Modulsystem der Oberstufe. Die Ausbildung darf nicht an der Schultüre enden, sondern soll in lebenslanges Lernen übergehen. Unsere Unterstützung gilt der größtmöglichen Freiheit im gesamten Bildungssystem – differenziertes Bildungsangebot inklusive. Denn bestmögliche Förderung und Chancengleichheit bilden den besten Nährboden zur Stärkung von Talenten, Begabungen und Neigungen.

Unsere Forderungen:

  • Bereitstellung budgetärer Mittel für jene Gemeinden und Schulen, die in die IT-Ausstattung ihrer Bildungseinrichtungen investieren.
  • Schaffung von High-Speed-Internetanschlüssen und WLAN an Schulen.
  • Digitale Pilotklassen bzw. Schulversuche zur Digitalisierung des Unterrichts. 
  • Eine flächendeckende Ausstattung von Schulen mit E-Books, Laptops und Tablets. 
  • Einführung von digitalen Klassenbüchern und Online-Schulkonten für Hausaufgaben.
  • Schaffung einer Online-Kommunikationsplattform (z.B. für digitale Elternsprechtage). 
  • Verpflichtende Lehrerweiterbildung im Bereich digitaler Kompetenzen.
  • Errichtung eines digitalen Klassenbuchs, das online von Schülern, Eltern und Lehrern eingesehen werden kann.

Unseren Infofolder zur Digitalen Diagnose finden Sie hier.