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|   Frauenpolitik

Volkspartei fordert Karenz für PolitikerInnen

"In den vergangenen Jahren ist sehr viel passiert", betont Landesparteiobmann Thomas Steiner anlässlich des Internationalen Frauentages: "Die Volkspartei hat das Reißverschlusssystem im Wahlstatut verankert und viele neue Frauen in Führungspositionen." Nicht nur, dass mit Gaby Schwarz erstmals eine Frau als Spitzenkandidatin in die Nationalratswahlen ging, ist die Büroleitung der Volkspartei seit kurzem weiblich besetzt und auch bei den Bürgermeisterinnen hat sich etwas getan. Von null auf vier - so Steiners Bilanz.

„Das ist aber kein Wert, mit dem man zufrieden ist, da geht noch mehr“, so Landesgeschäftsführer Christoph Wolf, „Aber wir sind dran und haben viele engagierte, kompetente Kommunalpolitikerinnen, die ein offenes Ohr für die Burgenländer haben und bereit sind für mehr Verantwortung in den Gemeinden und der Volkspartei.“ Derzeit hat die ÖVP 14 Vizebürgermeisterinnen und 314 Gemeinderätinnen.

Ein großes Hindernis für viele Frauen auf ihrem Weg in die Kommunalpolitik ist die soziale Absicherung. Weibliche Bürgermeister haben kein Recht auf Karenz oder Mutterschutz, wenn sie ein Kind bekommen. „Das macht es vor allem jüngeren Frauen schwer sich für so ein verantwortungsvolles Amt zu entscheiden“, so Steiner.

„Es gibt zwar die Möglichkeit der Vertretung durch den Vizebürgermeister, doch es braucht eine gesetzliche Vertretung für karenzierte Eltern“, so Wolf.

Vorbilder für die bereits heranwachsende Generation von Kommunalpolitikerinnen sind die vier frischgewählten Bürgermeisterinnen Michaela Wohlfart (Podersdorf), Angelika Mileder (Frankenau-Unterpullendorf), Klara Liszt (Unterwart) und Karin Kirisits (Hackerberg). Sie haben sich in den eigenen Reihen und gegen die politischen Mitbewerber erfolgreich durchgesetzt.

Wie haben Sie es geschafft und was müsste aus ihrer Sicht getan werden um noch mehr Frauen in kommunale Spitzenpositionen zu bekommen?

Bürgermeisterin Michaela Wohlfart (Podersdorf): „Unsere Aufgabe ist es, Vorbild zu sein und zu sagen: Frauen, kommt in die Politik. Denn das was jetzt entschieden wird, bestimmt das Leben von morgen. Um ein solches Amt bekleiden zu können, bedarf es einer großen Portion Mut, Gespür für den Menschen und einem verlässlichen Team an der Seite, sowohl auf politischer Seite aber auch im Gemeindeamt selbst und in der Familie. Der Druck und die Erwartungen, die in eine Frau gesetzt werden, sind sehr groß. Hat man dazu noch Kinder im Kleinkindalter, ist dies aus heutiger Sicht kaum bewältigbar.“

Bürgermeisterin Klara Liszt (Unterwart): „Es war für mich immer wichtig, nicht zuzuschauen, sondern die Initiative zu ergreifen und mitzugestalten. Netzwerken ist das Zauberwort in der Frauenpolitik.Ich weiß, dass Frauen sich gerne engagieren wollen, aber an den Rahmenbedingungen scheitern. Sie sind nicht nur doppelt und dreifach durch Beruf und Familie belastet, es mangelt ihnen auch an Unterstützung ihrer Umgebung für ihre politische Tätigkeit.“

Bürgermeisterin Karin Kirisits (Hackerberg): „Als Bürgermeisterin bist du Vorbild für viele anderen Frauen, doch um das Amt wird man dennoch nicht beneidet. Meine männlichen Kollegen tun sich hier bedeutend leichter, den zahlreichen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Gerade jüngere Frauen und Mütter schrecken die untypischen Arbeitszeiten und die auch damit verbundenen Wirtshausbesuche ab.Ohne ein allgemeines gesellschaftliches Umdenken und Bewusstseinsbildung wird es auch in Zukunft eher schwer sein, vor allen Dingen jüngere Frauen in der Gemeindepolitik für ein Amt in der vordersten Reihe zu begeistern.“

 

Bürgermeisterin Angelika Mileder (ÖVP Frankenau-Unterpullendorf): „Es ist wichtig, Frauen in ihrer Entscheidung und ihrem Selbstbewusstsein stärken und unterstützen! Aber es bedarf auch einer sozialen Absicherung. Karenz und Mutterschutz gibt es für Kommunalpolitikerinnen nicht. Sollte aber sofort umgestellt werden! Wo ist da die Gleichberechtigung? Frau ist Frau, Mutter ist Mutter! Sind wir nicht alle gleich? Heutzutage ist das Bürgermeisteramt ja ein richtiger Beruf, der verantwortungsvoll erledigt werden sollte!“