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|   Gesundheit

Opposition beantragt Enquete: Den Hausarzt flächendeckend im Burgenland erhalten!

Im Bereich der Gesundheitsversorgung kommen große Herausforderungen auf uns zu. Es müssen daher dringend mehr Anreize geschaffen werden, um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. „Deshalb laden wir zu einer parlamentarischen Enquete, um dieses wichtige Thema mit allen Parteien und mit Fachexpertinnen und -experten zu diskutieren“, betonen die Landtagsabgeordneten Thomas Steiner (ÖVP), Christian Sagartz (ÖVP), Regina Petrik (Grüne) und Manfred Kölly (LBL).

Gerade der ländliche Raum ist massiv gefährdet, wenn es um die Besetzung von Hausarztstellen geht. Diese Situation wird durch die große Zahl der bevorstehenden Pensionierungen noch erheblich verschärft. „In den nächsten sieben Jahren gehen drei von vier Hausärzten im Burgenland in Pension. Immer weniger Ärzte wollen am Land arbeiten, die Gründe dafür sind unterschiedlich“, gibt Thomas Steiner (ÖVP) zu bedenken und fordert: „Es müssen daher Anreize geschaffen werden, um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Nur durch eine gute medizinische Versorgung kann die Lebensqualität am Land gesichert werden.“

Die Burgenländer schätzen ihren Hausarzt für kompetente, persönliche und kontinuierliche medizinische Betreuung. Der Hausarzt muss seinen Stellenwert beibehalten und als wichtiger Partner im Gesundheitsbereich auftreten. „Es ist wichtig, dieses Thema auf breiter Ebene und im Hinblick auf den zu beschließenden Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025 zu diskutieren. Eine gut funktionierende Gesundheitspolitik braucht Weitblick und die Einbindung aller Beteiligten. Deshalb haben wir heute gemeinsam mit allen Oppositionsparteien und den parteifreien Abgeordneten Gerhard Steier eine Enquete beantragt“, so Steiner.

 

Sagartz: Verbesserungen bei Landarzt-Stipendien und Akutordinationen gefordert

„Nach über zwei Jahren Blockade hat die SPÖ die Hausarzt-Problematik erkannt und unseren Vorschlag zu Landarzt-Stipendien umgesetzt“, freut sich Klubobmann Christian Sagartz (ÖVP), der aber gleichzeitig eine Verbesserung der Förderungen fordert. „Die unnötigen Hürden sind aus unserer Sicht nicht zielführend und werden Studierende abschrecken, das Stipendium zu nutzen“, so Sagartz.

Kritisch betrachtet Sagartz auch, dass in den Bezirken Jennersdorf und Mattersburg, wo es kein Krankenhaus gibt, nur ein Visitenarzt bei der jeweiligen Rotkreuz-Dienststelle stationiert ist. „Somit gibt es im Burgenland keine sieben vollwertigen Akutordinationen. Wenn nun ein Patient die angebliche ‚Akutordination‘ in Jennersdorf oder Mattersburg aufsucht, kann es passieren, dass niemand anwesend ist. Das hat nichts mit einer Akutversorgung in den Abendstunden zu tun“, kritisiert Sagartz. Auch im Bezirk Neusiedl ist die Situation der Akutordination nicht zufriedenstellend, da die Akutordination in Kittsee, ganz im Norden, angesiedelt ist. „Damit ergeben sich für die die Menschen im Süden des Bezirkes lange Anfahrtszeiten. Es braucht dort eine bessere Lösung“, fordert Sagartz. 

 

Petrik: Enquete soll umfassende Lösung der Hausarzt-Problematik am Land bringen

Regina Petrik, Landes- und Gesundheitssprecherin der GRÜNEN, ortet als besonders dringliches Problem jenes der Bezahlung allgemeinmedizinischer Leistungen, speziell für im Burgenland praktizierende Ärztinnen und Ärzte: "Allgemeinmedizinerinnen werden trotz gleichwertiger Ausbildung schlechter bezahlt als Fachärztinnen. Da darf es einen nicht wundern, dass Jungärzte eher eine fachärztliche Tätigkeit anstreben. Dazu kommt, dass die Burgenländische Gebietskrankenkasse etliche Leistungen niedriger honoriert als Krankenkassen anderer Bundesländer. Damit wird die Hürde, eine allgemeinmedizinische Praxis im Burgenland zu übernehmen, nochmals erhöht. Denn für die Übernahme einer Ordination im ländlichen Raum muss ja oft auch der Lebensmittelpunkt verlegt werden, da stellen sich wirtschaftliche Fragen noch einmal anders als in Ballungszentren." Einzelmaßnahmen wie Studienstipendien, die zu einer späteren ärztlichen Tätigkeit im Burgenland verpflichten, würden dieses Problem nicht lösen. Daher brauche es eine fachlich gut besetzte und in die Tiefe gehende Enquete, um das Problem der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum umfassend diskutieren und langfristig beheben zu können.

 

Kölly: Bessere Unterstützung für Landarztpraxen für Jungmediziner

Landtagsabgeordneter Manfred Kölly weiß in seiner Funktion als Bürgermeister von Deutschkreutz auch, wie wichtig  eine gut funktionierende medizinische Versorgung am Land ist. „Unsere Bevölkerung wird immer älter und ist abhängig von einer gute Gesundheitsversorgung vor Ort. Aber auch um Jungfamilien in unseren ländlichen Gemeinden anzusiedeln ist es wichtig, dass wir Hausärzte am Land haben. Die Ärzte brauchen natürlich auch gut ausgestattete, moderne und barrierefreie Hausarztpraxen. Das Land Burgenland muss dabei mit gezielten Förderungen junge Mediziner unterstützen“, fordert Kölly und nimmt die rot-blaue Landesregierung in die Pflicht: „Die Förderung für Landarztpraxen wurde mit 50.000 Euro dotiert. Damit kann in diesem Jahr laut Budgetvoranschlag lediglich eine Arztpraxis gefördert werden. Das ist zu wenig. Diese und weitere Probleme wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten auf breiter Ebene diskutieren“, erklärt Manfred Kölly (LBL).