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|   Jennersdorf

Hirczy: Lehre muss attraktiver werden!

Hauptproblem beim Thema Lehre ist die Bewusstseinsbildung. Unseren Kindern soll es mal besser gehen, deshalb sollen sie studieren - diesen Satz hören viele Jugendliche im Elternhaus. Gerade in klassischen Handwerksberufen steigt die Lehrlingsproblematik ständig an. „Wir haben derzeit Hochkonjunktur, trotzdem 350.000 Arbeitslose und einen Fachkräftemangel. Das passt nicht zusammen. Der richtige Weg lautet hier: Von der Lehre hin zum dringend benötigten Facharbeiter“, erklärt Arbeitnehmersprecher Landtagsabgeordneter Bernhard Hirczy.

Die Weichenstellung für das Arbeitsleben beginnt bereits in der Schule: „Polytechnikum und Handelsschulen sind zwei wichtige Schultypen, welche auf Dauer den Klein- und Mittelbetrieben sowie klassischen Handwerksbetrieben von großem Nutzen sein werden“, so Hirczy. Zu wenige Lehrlinge wechseln in die Wirtschaft und viele davon kommen kaum mit beruflicher Praxis in Berührung. „Künftig sollen Lehrlinge aus Überbetrieblichen Einrichtungen verpflichtet werden, sich regelmäßig für Lehrstellen in Betrieben zu bewerben und müssen auch Pflichtpraktika in Betrieben absolvieren“, erklärt Hirczy die Maßnahmen für eine praxisnahe Lehrausbildung. Hier arbeitet das Wirtschaftsministerium bereits an verbesserten Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Die Ausbildung vom Facharbeiter zum Meister muss derzeit weitgehend selbst bezahlen werden. Für Studentinnen und Studenten hingegen zahlt der Staat bis zum "gleichwertigen" Bachelor-Abschluss. Es soll auch hier ein Anreiz gesetzt werden, um dieses Ungleichgewicht zu verringern. Hirczy bekräftigt: „In der aktuellen Situation ist es notwendig zu überlegen, wie man mehr junge Menschen für eine Lehre motivieren kann und dann natürlich – bedingt durch eine fundierte Schulausbildung – langfristig gute Facharbeiter in Österreich zur Verfügung hat.“ Aufgrund von technologischen Entwicklungen müssen sich junge Menschen in diesen Berufsgruppen immer mehr Herausforderungen in puncto Computerkenntnissen oder CAD-Techniken stellen. „Wir brauchen auch in zehn Jahren noch geeignete Schlosser, Mechaniker, Elektriker oder Tischler“, so Hirczy.