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Maßnahmen gegen den Ärztemangel im Burgenland

„Wir steuern im Burgenland auf einen Ärztemangel zu, weil der niedergelassene Bereich und das Burgenland selbst nicht attraktiv genug ist. Das Land Burgenland arbeitet hier – im Gegensatz zu anderen Ländern - nicht konsequent dagegen“, so Landesparteiobmann Thomas Steiner. Er hat sich gemeinsam mit seinem Spitzenkandidaten im Bezirk Eisenstadt, Christoph Wolf, auch deswegen gerade in dem Bereich viel Praxis Know-How ins Team Burgenland geholt. Dr. Kurt Kleinl ist Kinderarzt und ist bestens über die Situation der Ärzte im Burgenland im Bilde. „Ich kenne Burgenländer die gerne Medizin studieren möchten, aber nicht die Chance haben und für die, dies geschafft haben, gibt es in anderen Ländern meist bessere Rahmenbedingungen.“ Im Burgenland gibt es dazu zu wenig Initiativen. „Derzeit beschäftig sich das Land mit großen Überschriften und medientauglichen Projekten, doch wie wir unsere Landarztpraxen in den nächsten Jahren besetzen können, davon ist nicht zu hören“, so Wolf.

Mehr als 50 Prozent der Ärzte gehen in den nächsten zehn Jahren im Burgenland in Pension. „Wenn wir da nicht aufpassen und schnell agieren, wird ein Chaos über uns hereinbrechen. Das wird auch die Spitäler betreffen“, so Kurt Kleinl. Seiner Erfahrung nach, sind Ärzte leichter geneigt ins Burgenland zu gehen, wenn sie auch aus dem Burgenland kommen. „Mein Ansatz ist deswegen, dass wir versuchen müssen auch mehr zum Studium bringen“, so Kleinl. Er plädiert für eine Burgenländerquote beim Aufnahmetest: „Es gibt Quoten für die EU-Bürger und nicht EU-Bürger, also warum kann das nicht auch für die Bundesländer gelten?“ Von den 1680 Plätzen im Jahr werden 1300 an Österreichische-Staatsbürger vergeben. Heruntergebrochen auf das Burgenland wären das etwa 45 Studienplätze.

Kleinl: „Wir brauchen unsere Leute in unserem Land.“

Kleinl dazu: „Wir brauchen unsere Leute in unserem Land.“ Der Aufnahmetest gehört auf jeden Fall auch unter die Lupe genommen, er sage laut Kleinl nichts darüber aus, ob der Kandidat einmal ein guter Arzt werden wird oder nicht. In anderen Bundesländern gebe es außerdem viel bessere Vorbereitungskurse, die Burgenländer hätten allein schon aus dieser Sicht heraus einen Nachteil, den man über eine Quote ausmerzen könnte. Verpflichtung im eigenen Bundesland zu arbeiten kann man damit freilich keine verbinden, aber die Chance ins Burgenland zurückzukehren ist größer, wie wenn sich ein Salzburger, der dort seinen Lebensmittelpunkt hat, bei uns ansiedeln würde Voraussetzung dafür ist natürlich, dass auch die Rahmenbedingungen für Ärzte im Land verbessert werden. Denn das Hauptproblem sei, dass der niedergelassene Bereich derzeit nicht attraktiv sei. Dafür gebe es bereits einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, der von der Volkspartei auf Bundesebene vorangetrieben wird. Mit der Quote wolle er eine Diskussion starten, wie man noch einen Schritt weiter gehen könnte.

„Das ist ein guter Weg, um den Burgenländern mehr Chancen zu geben. Denn wer das Burgenland schon kennt und liebt, nimmt auch die – leider immer noch teilweise Schlechterstellung zu anderen Bundesländern – in Kauf, weil er hier Familie und Lebensmittelpunkt hat“, so Wolf, dennoch muss gerade hier zuerst angesetzt werden: „Wir müssen unseren Burgenländern, die Medizin studieren wollen, die Möglichkeit dazu geben und vor allem auch das Burgenland und den niedergelassenen Bereich für Ärzte generell attraktiver machen.“ Die Volkspartei wolle mit dieser neuen Idee eine neue Diskussion starten.

Dazu gehen neben vielen anderen Dingen auch finanzielle Anreize bei der Praxengründung. „Die Mittel dazu sind offensichtlich vorhanden, man muss sie nur ordentlich einsetzen. Im Burgenland wir viel Steuergeld aus dem Fenster geworfen“, so Wolf, der auf die fünf Studienplätze verweist, die das Land an einer niederösterreichischen Privatuni finanziert. Wolf erklärt: „Hochgerechnet zahlt das Land in den ersten 10 Jahren insgesamt 5,8 Millionen Euro, bevor wir den ersten Arzt überhaupt im Burgenland begrüßen können. Damit könnten wir allen burgenländischen Medizinstudenten mit ein paar tausend Euro jährlich unter die Arme greifen oder zig Medizinier bei der Gründung einer Praxis fördern“, so Wolf.