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|   Verkehr/Öffentlicher Verkehr

„Der Schmäh vom 365-Euro-Jahres-Ticket“

„Eine finanzielle Entlastung der Pendler ist zu begrüßen. Doch ein 365 Euro-Jahres-Ticket der VOR als Allheilmittel für die burgenländischen Pendler zu präsentieren, ist ein Schmäh“, so Landesparteiobmann Thomas Steiner. Er betont weiter: „So ein Ticket funktioniert nur im urbanen Bereich – und dort auch nur mit erheblichen Steuergeld-Zuzahlungen.“ Landesgeschäftsführer Christoph Wolf dazu: „Wien kann man nicht mit den anderen Bundesländern vergleichen, die Strecken für Pendler sind unterschiedlich lang. Die Verbindungen müssen nicht nur günstiger, sondern besser werden.“

„Was sich gut anhört, ist also nur ein Schmäh, der weder den Stau reduziert, noch den Pendlern mehr Zeit für ihre Familien schenkt“, so Steiner. Wichtig ist, dass es Planungen über die Landesgrenzen hinaus gibt und „dass die 80 Millionen Euro vom Bund, die jährlich rein in die Wiener U-Bahn fließen, endlich dazu verwendet werden, das Umland entsprechend Anzubinden.“ Nur solche Maßnahmen sind eine echte Erleichterung für die Pendler. Die Schmähparade seiner Parteikollegen hat nun auch Doskozil erkannt, der sich bei einer Podiumsdiskussion laut Medienberichten dem 365-Euro-Jahresticket mehr als kritisch gegenübersteht und damit klar gegen die Linie von SP-Landeschef Niessl fährt.

Die Differenz zu den aktuellen Jahrestickets ist vom Steuerzahler zu berappen. Schätzungen gehen von etwa 80 Millionen Euro jährlich für NÖ und das Burgenland aus. Dazu kommen noch Mehrausgaben durch größere Aufwendungen - Stichwort größerer Fuhrpark, Wartung, Personal. In Wien betragen diese Mehrkosten über 50 Millionen Euro, für die komplette Region schätzt VOR weitere 420 Millionen Euro. „Wenn’s allen Pendlern etwas bringen würde, ist eine dermaßen große Investition ja sinnvoll. Doch die Verkehrsverbindungen werden dadurch nicht besser  – sondern im Gegenteil damit fehlt das Geld für die eigentlich notwendigen Maßnahmen für die Optimierung der Fahrpläne und der Infrastruktur“, so Wolf, denn dass das Auto teurer wie die Bahn ist, ist amtlich. Davon abgesehen fährt ja niemand mit dem Auto weil es Spaß macht in der Früh im Stau zu stecken, sondern weil es keine andere zeiteffiziente Möglichkeit gibt. „Der Preis ist also für die große Mehrheit nicht das Argument für den Umstieg vom Auto auf Bus oder Bahn“, so Wolf. 

Auch in der Wiener Stadtregierung ist man sich nach wie vor uneins, was die City-Maut betrifft. Eine verbindliche Beschlussfassung im Wiener Landtag ist deswegen für die Volkspartei Burgenland nach wie vor unabdingbar. „Nur so ist das Thema wirklich langfristig vom Tisch. Und wir nicht bei jeder Ehekrise der Wiener Stadtregierung wieder aufgewärmt“, so Steiner abschließend.