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|   Gesundheit

Ärztemangel am Land – Wenn der Hausarzt fehlt

Neben den steigenden Kosten im Gesundheitssystem stellt uns auch 2017 der Ärztemangel in ländlichen Regionen vor große Herausforderungen. Trotz der Einsparungen müssen die Menschen im Burgenland und mit ihnen auch eine ärztliche, moderne und wohnortnahe Behandlung im Vordergrund stehen. Egal, ob es sich hierbei um Krankenhäuser, Hausärzte oder Pflegekräfte handelt. Um die Gesundheit der Menschen zu verbessern und das Gesundheitssystem zu entlasten, spielen vor allem gesundheitliche Präventions- und Vorsorgemaßnahmen eine wichtige Rolle. Der Anstieg rund um den Ärztemangel ist in den letzten Jahren zum Problem geworden.

„Unbequeme Arbeitsverhältnisse und regelmäßige Nacht- bzw. Bereitschaftsdienste schrecken Ärzte ab, sich am Land niederzulassen. Dass sich das niemand so einfach antut, ist verständlich“, sagt Landtagsabgeordneter Markus Ulram. „Wir wollen den Hausarzt als erste Anlaufstelle flächendeckend erhalten. Maßnahmen müssen rasch gesetzt werden“, fordert Ulram.

Auch Landtagsabgeordneter Bernhard Hirczy ist vom Ärztemangel betroffen: „Wir spüren den Mangel an Ärzten auf dem Land bereits. Als Volkspartei Burgenland ist für uns klar: Wir wollen den Hausarzt flächendeckend erhalten und kämpfen gegen die sinkende Anzahl an Ärzten. Ein gesundheitlicher Service durch den Hausarzt muss gegeben sein“, erklärt der ÖVP-Bezirksparteiobmann. Es ist für den gesamten Gesundheitsbereich sinnvoll, wenn Patienten die Möglichkeit haben, sowohl Kassen- als auch Wahlärzte aufsuchen zu können. Politik und Wirtschaft müssen hier an einem Strang ziehen, um künftig eine ärztliche Versorgung gewährleisten zu können.

Die ÖVP hat bereits Maßnahmen ausgearbeitet, um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzutreten.

Die Vorschläge der Volkspartei Burgenland im Überblick:

  • Stipendien:
    Um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzutreten, soll das Land Burgenland ein Stipendiensystem für Medizinstudenten schaffen. Die Vergabe dieser Stipendien wird an die Verpflichtung gekoppelt, für mindestens 5 Jahre im Burgenland als Arzt bzw. Hausarzt tätig zu sein. Pro Jahr sollen 20 Stipendien für Jungärzte seitens des Landes ausgeschrieben werden. Hauptstoßrichtung der Volkspartei Burgenland bleibt, den Standort Burgenland für Ärzte so attraktiv zu machen, dass sie im Land bleiben!
  • Wahlfreiheit beibehalten:
    Die Wahlfreiheit soll beibehalten und es soll sichergestellt werden, dass alle Burgenländer in ihrer direkten Umgebung einen Hausarzt aufsuchen können. Die Kostenübernahme beim Besuch von Wahlärzten ist weiterhin sicherzustellen.
  • Gruppenpraxen erleichtern:
    Kooperationen zwischen Hausärzten müssen genauso möglich sein wie zwischen Fachärzten und Gesundheitszentren. Besonders der Wochenend- und Bereitschaftsdienst könnte mit Gruppenpraxen abgefedert werden.
  • Arzt-Arzt-Anstellungen:
    Noch immer gibt es rechtliche Hürden bei der Anstellung. Berufsrechtlich können freiberuflich tätige niedergelassene Ärzte andere Ärzte (des gleichen Faches) anstellen. Die Formulierungen des Kassenvertrages lassen allerdings die Anstellung eines Arztes durch einen niedergelassenen Kassenarzt nicht zu.
  • Landesförderungen:
    Junge Ärzte können sich oft die Einrichtung einer neuen Praxis nicht leisten. Hier muss das Land Burgenland gegensteuern und vor allem für neu niedergelassene Ärzte in gefährdeten, ländlichen Regionen ein Konzept für Förderungen erstellen.

Die ÖVP setzt sich zudem für den Verbleib der 75-%-Quote ein. Dies betont auch der ÖVP-Gesundheitssprecher, Landtagsabgeordneter Bgm. Georg Rosner: „Die 75-%-Quote muss bleiben!“. Durch die 2006 eingeführte Quotenregelung sind 75 Prozent der Plätze für Human- und Zahnmedizin für österreichische Maturanten reserviert, 20 Prozent gehen an EU-Bürger und fünf Prozent an Nicht-EU-Bürger. Drei Viertel der Plätze müssen weiterhin an Österreicher vergeben werden. Ansonsten droht der Ärztemangel auf dem Land weiter anzusteigen!