LHStv. Franz Steindl präsentiert Einbürgerungs-Statistik 09
Die Österreicher sind laut Market-Umfrage (Oktober 09, 500 Online-Interviews) stolz auf die landschaftlichen Schönheiten (85%), auf die hohe Lebensqualität (77%), auf die österreichische Küche (72%) und auf die Hilfsbereitschaft der Österreicher bei Katastrophen (65%). 51% der Befragten meinen allerdings, dass Zuwanderer, die die österreichischen Sitten und Bräuche nicht teilen, keine wirklichen Österreicher sind, auch wenn sie die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. 47% sagen, es ist notwendig, Zuwanderung künftig zu reduzieren.
„Die Staatsbürgerschaft ist ein hohes Gut, daher ist ihre Verleihung für beide Seiten ein Schritt von weit reichender Bedeutung“, sagt Steindl.
Die Zahl der Einbürgerungen ist im Burgenland in den letzten Jahren stetig gesunken. 2003 wurden 839 Personen eingebürgert, 2004 660, 2006 501 Personen, 2007 waren es 244 Personen, 2008 170 Personen. Im heurigen Jahr wurde dem Trend folgend mit einschließlich der Verleihung am 14. Dezember an 154 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Die Gründe für den stetigen Rückgang sieht LHStv. Franz Steindl in der Novelle zum Staatsbürgerschaftsgesetz. „Für den Erwerb der Staatsbürgerschaft gelten seit 2006 strengere Voraussetzungen. Vor allem entsprechende Deutschkenntnisse und Grundkenntnisse der demokratischen Ordnung sowie der Geschichte Österreichs und des Burgenlandes müssen nachgewiesen werden“, sagt Steindl. Heuer wurden insgesamt 5 große Tests durchgeführt bzw. in Einzelfällen werden auch Einzelprüfungen abgehalten. Die häufigsten Gründe für die Staatsbürgerschaftsverleihungen sind ein mindestens 10jähriger Aufenthalt in Österreich bzw. die Heirat mit einem Österreicher/einer Österreicherin. Unter den Herkunftsländern sind der Kosovo, Serbien, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Ungarn, Mazedonien und Rumänien die Spitzenreiter.
Integration braucht Sprache
Die mit Abstand meisten SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache gibt es in Wien (39,4%) – im Burgenland sind es 10,7%. „Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Schlüssel für eine gelungene Integration. Je besser man sich verständigen kann, desto besser sind auch die Bildungs- und damit die Aufstiegschancen“, ist Steindl überzeugt. Wer über keine ausreichenden Lesekompetenzen verfügt, läuft Gefahr, in der gesamten Bildungslaufbahn erhebliche Nachteile zu haben. Zur PISA-Risikogruppe in Sachen Lesekompetenz zählen beispielsweise fast zwei Drittel aller türkischsprachiger Kinder.
Integration ist eine Querschnittsmaterie, die in jedem politischen Handeln mitzudenken ist. Sie ist ein wechselseitiger Prozess, denn es braucht sowohl integrationsfördernde Maßnahmen seitens des Staates, aber auch den Willen und Anstrengungen jener Menschen, die in Österreich bleiben wollen. Damit Integration gelingt, müssen Bund, Länder, Gemeinden, NGOs und Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten. Auch Gemeinden kommt bei der Integration eine wesentliche Rolle zu, denn hier findet Integration vor Ort statt. Auch Sport kann ein Integrationsmotor sein, genauso wie freiwilliges Engagement in Vereinen. „Ich halte jede Initiative für wichtig, um Integration zu fördern und zu erleichtern, denn Integration ist kein Prozess, der automatisch geling. Wir müssen dafür etwas tun“, sagt Steindl.









