Gemeinden sind Klimaschutz-Pioniere
Studien zeigen, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen seit 1970 um mehr als 50 Prozent zugenommen hat, die CO2-Emissionen sind sogar um zwei Drittel gestiegen. Klimaexperten sind sich einig, dass der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden muss, um den Klimawandel zu verhindern. „Das geht nur, wenn wir auf allen Ebenen entsprechende Maßnahmen setzen. Im Burgenland haben wir in vielen Bereichen – wie bei der Windenergie und der Biomasse – eine Vorreiterrolle bei der Nutzung und Forschung erneuerbarer Energieträger“, sagt Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl. „Eine wichtige Rolle in Sachen Klimaschutz spielen die Gemeinden. Sie können vielfältige Maßnahmen im Bereich Dorferneuerung, Mobilität, Abfall, Fernwärmenutzung usw. setzen und die Bevölkerung zu Energiesparmaßnahmen motivieren.“
Die Gemeinden leisten beim Umwelt- und Klimaschutz vielfach Pionierarbeit, die letztlich dazu beiträgt, dass Klimaschutz auch in der Bevölkerung gelebt wird. „Um das bereits Erreichte zu dokumentieren und die Bevölkerung für Klimaschutz zu sensibilisieren, habe ich 2006 erstmals der ´Energiespar-Wettbewerb für Gemeinden´ ausgeschrieben. 109 Gemeinden haben sich bisher daran beteiligt“, so Franz Steindl.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch auf lokaler Ebene bemerkbar. Daher sind wir alle aufgerufen, etwas für den Klimaschutz und eine Steigerung der Energieeffizienz zu tun. „Gerade in den Gemeinden ist in diesem Bereich einiges möglich und umsetzbar, von Wärmedämmung über effiziente Straßenbeleuchtung bis zur E-Mobilität, etc.“, so Steindl.
- „Die Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben hat bereits vor Jahren ein durchdachtes Energiesparkonzept konsequent umgesetzt. Das Konzept beinhaltete ein Bündel von Maßnahmen z. B. eigene Biomasse-Anlage, Einzelmaßnahmen wie Brauchwasser-Versorgung über gemeindeeigenen Brunnen, gezielte Positionsplanung der Straßenbeleuchtung oder Wärmedämmung von Gebäuden, sowie bewusstseinsbildende Aktivitäten in der Bevölkerung. Die Energiekosten in der Gemeinde konnten dadurch um rund 40 Prozent gesenkt werden.
- Um den Energiespargedanken auch in anderen Gemeinden zu festigen und Bewusstsein für das Energiesparen zu schaffen, wird seit 2006 ein ´Energiespar-Wettbewerb für Gemeinden´ ausgeschrieben.
- Vielfach sind in den burgenländischen Gemeinden Elektroscooter und Elektroautos im Einsatz. In Bad Tatzmannsdorf, Purbach, Wiesen und Neusiedl/See stehen Gemeindebediensteten bereits E-Fahrzeuge zur Verfügung.
- Als Gemeindereferent habe ich im Vorjahr unter dem Motto ´Stromstoß für sieben Gemeinden´ an Eisenstadt und Litzelsdorf E-Scooter und an weitere fünf Gemeinden (Apetlon, Sieggraben, Oberloisdorf, Ollersdorf, Mogersdorf) E-Fahrräder übergeben“, so Steindl.
- Österreichs Tourismus hängt von einer sauberen Umwelt und einer intakten Natur ab. Mit dem Aktionsprogramm „klima:aktiv mobil“ unterstützt z. B. das Lebensministerium die Tourismusbranche bei umweltfreundlichen Tourismusprojekten.
Auszeichnung für klimafreundliches Unterwegssein
„Der 4. Energiespar-Wettbewerb für Gemeinden zielt darauf ab, Kommunen vor den Vorhang zu holen, die in klimaschonende Fortbewegungsmittel investiert haben“, sagt Steindl. Elektro-Mobilität ist ein Bereich, der immens wichtig ist. Denn der Verkehr verursacht rund ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen in Österreich. Und E-Mobilität bietet für die Umwelt, das Verkehrssystem, für die Industrie und die Beschäftigten Chancen. Es gibt kaum einen Bereich, in dem die Energieeffizienz so grundlegend, dauerhaft und nachhaltig verbessert werden kann, wie bei einem Umstieg von Verbrennungsmotoren auf E-Mobilität.
Ziel: Öko-Strom für Öko-Mobilität
In diesem Zusammenhang fordert Steindl unter dem Motto ´ Öko-Strom für Öko-Mobilität´ ein Bekenntnis zur alternativen Stromproduktion. „Ein Elektroauto, das mit Strom aus einem kalorischen Kraftwerk fährt, hat nur eine geringfügig bessere CO2-Bilanz als ein herkömmlicher PKW“, so Steindl. Studien zeigen, dass in China ein Elektroauto sogar mehr Treibhausemissionen als eines mit Verbrennungsmotor, weil ein Großteil des Stroms aus Kohle erzeugt wird.“ Nur die Verwendung von Strom aus erneuerbarer Energie bringt wirklich deutliche Verbesserungen. Daher ist die Vernetzung zwischen E-Mobilität und Energieerzeugung eine wesentliche Säule beim Klimaschutz“, ist Steindl überzeugt.
„Ich erhoffe mir durch den diesjährigen Wettbewerb Impuls für nachhaltige und umweltfreundliche Elektromobilität und einen Beitrag für den Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien. Wir wollen mit dem Bewerb aber auch Bewusstseinsbildung leisten und die Bevölkerung an die neuen Technologien heranführen und mögliche Hemmschwellen abbauen“, so Steindl.
Energiesparwettbewerb – Preisverleihung im März
Am diesjährigen Wettbewerb beteiligen sich 15 Gemeinden. Prämiert werden einerseits Kommunen, die Fahrzeuge verwenden, die mit Strom oder einer anderen umweltfreundlichen Energieform betrieben werden. Andererseits werden Gemeinden ausgezeichnet, die Anreize für die Bevölkerung schaffen, in E-Mobilität zu investieren.
Die Preise
1. Preis: E-Scooter + Bewag-E-Sparbox
2. Preis: E-Fahrrad + Bewag-E-Sparbox
3. Preis: 300 Euro E-Mobilitätsgutschein + Bewag-E-Sparbox










